Singen in Köndringen - das hat eine lange Tradition. Leider sind die ersten Aufzeichnungen und Gründungsakten dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen. Es lässt sich aber nachweisen, dass der Verein 1861 bestand und bei der Einweihung der Kirche 1865 öffentlich auftrat. Das eigentliche Gründungsjahr soll sogar bis 1851 zurückreichen.
Die ersten Jahre des noch jungen Vereins waren sehr unstet. Häufige Wechsel von Dirigenten und Vorständen hemmten zeitweilig die Entwicklung des Vereins. Stetig aufwärts ging es ab 1893, als Sänger wie Georg Wilhelm Mössner, Ludwig Vallentin und Hermann Engler die Geschicke des Vereins in die Hand nahmen. 1894 beging die Eintracht ihre erste Fahnenweihe, wozu 18 Vereine der näheren Umgebung erschienen waren. Dieses Fest war wohl der erste Höhepunkt im Vereinsleben. Viele weitere sollten noch folgen...

Noch heute erinnert man sich gern an die Ära des Dirigenten Karl Schmidt, der als 22-Jähriger 1894 die Chorleitung übernahm und bis 1950 als Dirigent erhalten blieb. Das ganze Dorf freute sich über die Erfolge ihrer Sänger, die nicht selten den ersten Platz bei den damals üblichen Preissingen einheimsten.
Nach dem Zusammenbruch im Jahre 1945 kam das Vereinsleben mehr oder minder zum Erliegen. Mit Erleichterung hat man 1946 denn auch die teilweise Aufhebung des Verbots der Wiedergründung der Vereine zur Kenntnis genommen. Mit Genehmigung der Militärregierung wurde am 5. Mai 1946 im Gasthaus "Zum Rebstock" zur Wiedergründung eingeladen. Der erste Meilenstein der Nachkriegsgeschichte war 1951 das 90-jährige Jubiläumsfest, verbunden mit der zweiten Fahnenweihe. Auch abseits von Liedermappe und Notenständer wurde eine Menge geboten. Heute noch unvergessen ist jener denkwürdige Ausflug zum Ehrenmitglied Engler nach Luzern.

Zur 100-Jahr-Feier im Juni 1961 wurde der Eintracht vom Bundespräsidenten Heinrich Lübke die Zelter-Plakette verliehen. Im Mai 1977 feierte die Gemeinde Köndringen ihr 1000-jähriges Bestehen. Der MGV beteiligte sich am Festzug mit zwei Wagen und einer Fußgruppe in historischen Gewändern.

Seit 1982 steht Manfred Voigt dem Verein vor. In seine Zeit fällt der Umbau des Vereinsheims im Hohland, in dem momentan drei Chöre ihre Proben abhalten. Vor der Zukunft braucht es dem Verein nicht bange zu sein - in den Chören sind alle Generationen vertreten. Der Kinderchor Lollipop (Leitung Inga Stegmaier) sorgt für den Nachwuchs, bei Quintessenz (Leitung Christian Wenzel) sind ältere und jüngere Semester vereint und auch der Männerchor wagt nach 30 Jahren unter Helmut Sütterlin mit Olga Becker einen neuen Anfang.